Beichte
Jeder Mensch, der zu sich selber ehrlich ist, weiß, dass im Leben Fehler vorkommen. Vieles kann ich wiedergutmachen und aus der Welt schaffen; es gibt aber auch Fehler und Fehlentwicklungen, aus denen ich aus eigener Kraft nicht herauskomme und für die ich mich schuldig fühle.
Theologisch spricht man von Sünde: Sünde ist das, was einen Menschen zu Gott auf Abstand bringt. Das können nicht nur Dinge sein, die mit meinem persönlichen Verhältnis zu Gott zu tun haben, sondern auch Dinge von Mensch zu Mensch; denn nach der Botschaft Jesu begegnen wir in anderen Menschen auch Gott.
Das Sakrament der Beichte ermöglicht ein Gespräch mit einem Priester; der Priester ist dabei strikt an das Beichtgeheimnis gebunden und darf die Inhalte des Gesprächs nicht weitertragen. In dem Gespräch geht es darum, auf Fehler und Fehlentwicklungen zu schauen; auf Dinge, die mich innerlich lähmen oder schwer auf der Seele liegen. Durch den Blick des Priesters von außen ergeben sich manchmal neue Sichtweisen und Hilfestellungen.
Am Ende des Gesprächs steht die sogenannte Lossprechung: Kraft seiner Vollmacht spricht der Priester: „Durch den Dienst der Kirche schenke dir Gott Verzeihung und Frieden. So spreche ich dich los von all deinen Sünden. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
Muss ich alles beichten?
Bei der Beichte geht es nicht darum, voller Skrupel noch nach den kleinsten Fehlern zu suchen. Es geht um Ehrlichkeit sich selber und Gott gegenüber und um die Reue angesichts eigener Schuld. Wesentliche Dinge sollen in der Beichte zur Sprache kommen und nicht verschwiegen werden; so kann ich innerlich am ehesten wieder Luft bekommen.
Was passiert mit denen, an denen ich schuldig geworden bin?
Zur Beichte gehört dazu, die eigenen Fehler wieder gutzumachen, soweit das möglich ist; im Extremfall bedeutet das auch, sich beispielsweise einem Gerichtsprozess zu stellen; die Initiative dazu geht aber nicht vom Priester aus, sondern von der Person, die die Beichte ablegt.
Eine einseitige Vergebung über die Köpfe der Leidtragenden hinweg ist nicht der Sinn der Beichte.
Manche Dinge sind trotz aller Reue jedoch nicht mehr zu beheben; hier gilt der Zuspruch Gottes, den eigenen Weg wieder befreit weiterzugehen.
Wie oft soll man beichten?
Zum Beichten kann man niemanden zwingen; wirkliche Reue kommt nur aus dem Innern eines Menschen, und diese Reue ist Voraussetzung für eine gelungene Beichte. Die Kirche empfiehlt, einmal jährlich, möglichst in Vorbereitung auf das Osterfest, zu beichten. Wenn mir zwischendurch etwas auf der Seele liegt, kann die Beichte – losgelöst von jedem Zwang – entlastend sein.
Ich habe gehört, dass man vor dem Kommunionempfang beichten muss?
Wer in der Eucharistiefeier die Kommunion empfängt, soll sich dafür angemessen vorbereiten. Es gibt keine Pflicht, davor beichten zu gehen. Eine Beichte empfiehlt sich dann, wenn mich große Dinge belasten.
Bei wem kann ich beichten?
Beichtgespräche sind bei jedem Priester möglich. Wenn keine speziellen Zeiten für Beichtgespräche angeboten werden, können Sie jederzeit über das Pfarrbüro einen Termin vereinbaren.
In Freiburg gibt es darüber hinaus viele Beichtzeiten, die Sie unabhängig von Ihrer Zugehörigkeit zur Pfarrei nutzen können, zum Beispielin der Kirche St. Martin am Rathausplatz und im Herz-Jesu-Kloster in der Okenstraße.